Hanf ist der Repräsentant für Nachhaltigkeit. Die Verwendung des Rohstoffes Hanf zur Herstellung von Textilien erfüllt neben ebenso regionalen anbaubaren Fasern wie Leinen und Brennnessel, die meisten Nachhaltigkeitsaspekte der gesamten textilen Kette. Zudem können aus der Hanfpflanze alle Teile verarbeitet werden. So können durch eine Pflanze alle Grundbedürfnisse des Menschen, wie Ernährung, Wohnen, Kleiden, Medizin abgedeckt werden.

Hanfliebe fungiert als Bekleidungslabel, als Netzwerkplattform und als Qualitätssiegel.

Ich, als Gründerin dieser Vision, bringe die Hanfpflanze mit allen wichtigen Themen, die im gesellschaftskritischen Kontext stehen und die Welt derzeit bewegen, in Verbindung. Bezüglich Boden- und Wasserverschmutzung, Erdölproblematik, Plastiküberflutung sowie das Zurückfinden können mit dieser einen Pflanze rehabilitiert werden. Regionale Verarbeitungskreisläufe können entstehen und autonome Wirtschaftszweige entstehen. Ein direkter Umgang mit naturnahen Produkten ist durch die Verwendung der Hanfpflanze möglich. Auch Themen rund um die Gesundheit, Ernährung, Naturmedizin, ein allgemein nachhaltiger Lebensstil, geschlossene regionale Wertschöpfungsketten uvm. vereinen sich darin.

Meine persönlichen Hauptskills liegen unter anderem im Textilbereich. So habe ich mich diesem angenommen und mir Gedanken darüber gemacht, was es braucht, um ein Textil so nachhaltig wie möglich zu gestalten. So stellt sich die Frage:

Wann genau ist ein Textil nachhaltig?

Wichtige Kriterien und Anforderungen an ein umweltfreundliches und gesundheitlich unbedenkliches Produkt:
Wichtige Kriterien und Anforderungen an ein umweltfreundliches und gesundheitlich unbedenkliches Produkt:

*ressourcenschonende Herstellung/Gewinnung von Rohstoffen unter Beachtung des Verbrauchs von Energie, Wasser, Erde, Luft und Bodenschätzen

*hohe Gebrauchstauglichkeit, lange Haltbarkeit

*hohe Transparenz der gesamten Lieferkette

*geringe Lieferwege zwischen den Lieferanten und Produzenten (geringe CO²-Emission)

*umweltschonende Gebrauchswerterhaltung, Pflege

*Wiederverwertung, Recycling

*hohe Sozialverträglichkeit beim gesamten Herstellungsprozess: humanes Arbeiten, keine dauerhaften monotonen Arbeiten, Pausen- und Urlaubsregelungen, angemessene Bezahlung, soziale Absicherung, keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen bei Herstellungsprozessen wie zum Beispiel beim Färben oder bei der Veredelung eines Produktes.

Die Verwendung von Hanf kann all diese Kriterien erfüllen. Dies ist keiner anderen textilen Faser in diesem massiven Umfang möglich. Der Faseranteil bei Hanf liegt bei ca. 30-35%. Zum Vergleich: bei Leinen 20-25% und Brennnessel 15%.

Die meisten textilen Hanffasern werden heutzutage vorwiegend in China unter Verwendung von Chemikalien gewonnen, die meist nicht umweltgerecht entsorgt werden. Dies ruiniert weitestgehend die nachhaltigen Aspekte des wertvollen Rohstoffes sowie die Eigenschaften der Hanffasern und ist nicht Ziel dessen. Außerdem liegt die CO²-Emission der von China gelieferten Fasern sehr hoch. Unter Anbetracht dessen, dass Hanf in europäischen Breitengraden hervorragend wächst, ist die Idee Fasern aus China zu besorgen also hinfällig.

„hanfliebe“ hat es sich zur Aufgabe gemacht, Hanffasern zu finden und zu verarbeiten die mechanisch und so „regional“ wie möglich gewonnen werden. Daran forsche ich gemeinsam mit anderen Netzwerkpartnern. Mittelfristiges Ziel ist es, alle Schritte der textilen Kette zur Produktion von Hanfbekleidung in einem geschlossenen Kreislauf mit allen dazugehörigen Maschinen umzusetzen zu können. Angefangen von der Erntetechnik, dem Gewinnen der Fasern, dem Weich- und Verspinnbarmachen der Fasern sowie das Verspinnen an sich. Es ist ein Prozess. Forschung braucht seine Zeit und vor allem auch Geld. Durch die Prohibition nach dem zweiten Weltkrieg ist es nicht einfach an die notwendigen Ressourcen zu kommen. Da die Vision einen kleinen regionalen Kreislauf umfasst, und seit der Maschinenrevolution des 18. Jahrhunderts niemals kleine Textilmaschinenkreisläufe gebaut wurden, müssen wir bei jedem Schritt das Rad neu erfinden. Ein langer Forschungsprozess und Rechercheweg liegt somit vor uns.  Doch es ist jede Sekunde der oft „mühseligen“ Arbeit wert, um der Nutzpflanze Hanf endlich wieder einen Platz in unserer Gesellschaft zurück zu geben. Für das Wohle unser Aller, für das Wohl der nachfolgenden Generationen und für das Wohl der Erde.

Menü